Stellt mehr Mütter ein!

Agilität als Lebensprinzip

Agile Systeme sind in aller Munde. Vuka (volatil, unsicher, komplex, ambivalent) ist das neue Stichwort am Personalhimmel. Viele, vor allem kleinere Unternehmen, kommen da an ihre Grenzen. Vuka macht weder vor großen noch vor kleinen Unternehmen halt. Hierarchische Modelle traditioneller Unternehmen sind statisch und nicht mehr schnell genug, um auf rasch wandelende Kundenwünsche und Marktverhältnisse zu reagieren. Deshalb  steigt der Druck auf viele Unternehmen agiler zu werden. Innovationskraft ist gefordert und Flexibilität gefragt.

Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder Design Thinking sind das eine. Agilität setzt, und das ist wichtiger als lernbares Methodenwissen, eine agile Grundhaltung voraus. Es ist eine Frage der inneren Einstellung. Wer als Unternehmen auf Agilität setzt, braucht Menschen, die agil denken und handeln und das am besten täglich und in allen Lebensbereichen. Agilität ist ein Lebensprinzip.

6 Gründe, warum gute Mütter für agile Systeme die beste Haltung mitbringen

  1. Bereitschaft zur Kollaboration

Mit- bzw. Zusammenarbeit sind die Grundlagen jedes gelingenden Projekts. Gute Mütter wissen das und setzen alle nach ihren Stärken ein. Jeder macht, was er am besten kann und hilft mit, das gemeinsame Projekt nach vorne tragen. Gute Mütter fordern und fördern Kollaboration, Fairness und Partizipation.

  1. Übernahme von Verantwortung

Gute Mütter übernehmen ab der ersten Sekunde Verantwortung. Im Mittelpunkt ihres Tun und Handelns stehen die ihnen anvertrauten Menschen und deren erfolgreiche Entwicklung. Gute Mütter stellen eigenverantwortlich die Weichen für Werden und Gelingen. Sie planen Erfolg langfristig. Wachsam registrieren sie Veränderungen im Umfeld, auf die sie schnell und flexibel reagieren, um das Wohlergehen ihrer Schutzbefohlenen besorgt.

  1. Kommunikation auf Augenhöhe

Gute Mütter pflegen einen respektvollen Umgang mit ihnen anvertrauten Menschen und deren Bedürfnissen. Das funktioniert bestens, mit einem wachen Blick auf das Gegenüber. Wertschätzung und eine ‚Ich bin ok, du bist ok- Haltung’ stehen dahinter. Gute Mütter formulieren ihre Anliegen altersgemäß und nehmen Rücksicht auf den Entwicklungsstand ihres Gegenübers. Verstehen und verstanden werden ist ihnen wichtig, Augenhöhe sowieso.

  1. Entscheidungsautonomie für Mitarbeiter

Gute Mütter führen ihre Schutzbefohlenen dahin, selbst zu entscheiden. Sie vertrauen, auch auf den guten Ausgang schwieriger Aufgaben. Dabei setzen sie klare Grenzen und geben den wichtigen Entscheidungsspielraum, den unabhängiges und freies Handeln braucht. Trotzdem beobachten gute Mütter genau, was passiert. Sie sagen unerschrocken Nein, wenn etwas schief läuft und, fast noch wichtiger, sie halten das Nein zum Wohle aller auch aus.

  1. Offene Haltung gegenüber Fehler

Gute Mütter pflegen eine tolerante Fehlerkultur, weil sie wissen, dass Fehler ein wichtiger Bestandteil gelungener Entwicklung ist. Fehler sind wertvolle Erfahrungen. Gute Mütter sind mutig in ihren Entscheidungen. Sie geben ehrliches Feedback und motivieren weiterzumachen. Erfolg ist einmal mehr Aufstehen als Hinfallen. Es ist Reflektieren und beim nächsten Mal besser machen.

  1. Empowering Leadership

Wer, wenn nicht gute Mütter ermöglichen und befähigen andere, Dinge zu tun, die sie noch nie getan haben. Sie ermutigen und unterstützen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Viele sind geduldige Begleiterinnen durch schwierige Phasen des Wandels. Sie finden kreative Wege für die Lösung anstehender Aufgaben. Gute Mütter sind immer Ermöglicher und Unterstützer. Gute Mütter leben Werte vor.

 

Die IT Branche und viele Unternehmen in kreativen Berufen haben die agilen Stärken der Frauen längst erkannt. Gerade Kreative und Entwickler arbeiten auf der Grundlage weiblicher Organisationssysteme. Das heißt flache Hierarchien, direkte Kommunikation, Führung auf Zeit und qua Fähigkeit. Deshalb fühlen sich viele Frauen dort besonders wohl. Überall, wo Frauen Entfaltung finden, wie beispielsweise in Gruppenaufgaben, die komplexe Interaktionen fordern, sind sie in ihrem Element und leisten richtig gute Arbeit, Null-Fehler-Toleranz und organisches Wachstum inklusive.

Mütter und dass ist die Herausforderung an die Unternehmen, streben beste Voraussetzungen an, um einen guten Job zu machen. Sie brauchen Sicherheit. Arbeitende Mütter müssen wissen, dass ihre Familien gut versorgt und ihre Kinder mehr als aufgehoben sind. Viele brauchen einen beruhigenden Plan B, wenn der Fall der Fälle eintritt und Kitas und Tagesmütter streiken oder die Kinder krank sind. Sie sind so erfolgreich, wie es der Notfallplan ist. Eigentlich ist das gar nichts anderes, als junge Väter von einem zeitgemäßen Arbeitgeber erwarten, oder?

Wenn Sie auf der Suche nach guten Mitarbeitenden für Ihre agile Organisationfelder sind, sprechen Sie mit Ihrer Stellenausschreibung doch mal explizit  Mütter an. Sie werden sehen, es wird ein Gewinn für Ihr Unternehmen. Wecken Sie die für die Kindererziehung zurück gestellten Potentiale und profitieren Sie von den agilen Fähigkeiten, die Mütter in der Familienzeit gelernt und im Umgang mit ihren Kindern trainiert haben.

Und keine Sorge, sachliche Inhalte holen Frauen schnell nach. Das dieses Argument nicht zählt, haben die meisten schon in der Schule mit guten Noten ausgehebelt. Also, worauf warten Sie noch?

Ulrike Lehmann, Dipl. Ing., Unternehmerin und Dozentin für Weibliche Erfolgsstrategien und Karrieremanagement an mehreren Hochschulen in Baden-Württemberg

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