Fehlt Frauen der Ehrgeiz?

Cloud 2-page-001 (2)wib Events im Gespräch mit Petra-Alexandra Buhl,  langjährige Führungskraft bei Gruner+ Jahr, heute selbstständige Organisations-entwicklerin und Supervisorin.

Frau Buhl, gerade habe ich im Handelsblatt gelesen, dass nur jede 3. junge Frau, die nach 1982 geboren wurde, überhaupt eine leitende berufliche Position anstrebt * – sei es als angestellte Führungskraft oder als Selbstständige. Haben die jungen Frauen zu wenig Ehrgeiz für Führung? Das ist bei einigen sicher so. Diese Studie bezog sich auf die so genannte „Generation Y“. Dort beobachten wir, dass soziale Beziehungen und gesellschaftliches Engagement viel höher bewertet werden, als eine erfolgreiche Karriere. Parallel dazu hat diese Generation einen hohen moralischen Anspruch an Unternehmen und stellt hohe Anforderungen an die Arbeit. Häufig haben sie große Wünsche und Erwartungen und fürchten, dass sie diese selbst nicht erfüllen könnten, wenn sie Führungskraft wären. Nicht zuletzt trauen sich viele Frauen eine Führungsfunktion einfach nicht zu.

Worauf muss sich Führung künftig einstellen? Es wird eine zentrale Führungsaufgabe sein, den Sinn einer Arbeit stärker herauszustellen, Werte und Normen zu vermitteln. Alle Führungskräfte müssen lernen, mit hoher Komplexität umzugehen. Die Welt, in der wir leben, verändert sich rasant. Technologischer Fortschritt, demographischer Wandel, schwindende Märkte und Ressourcen, Klimawandel und Globalisierung fordern uns heraus. Zum einen schafft das Raum für Kreativität und Innovation in Organisationen. Zum anderen müssen Führungskräfte jetzt permanente Veränderungsprozesse steuern und zugleich Raum für Lernprozesse schaffen, damit ihre Mitarbeiter den Veränderungen auch mental hinterher kommen.

Frauen haben Versagensängste, die man abbauen kann – oder? Menschen haben vor Aufgaben oder Veränderungen immer dann Angst, wenn sie fürchten, dass sie davon überwältigt werden, weil ihre Kompetenzen und Kräfte nicht ausreichen. Führung kann man lernen, wichtige Kompetenzen können durch Training verstärkt werden. Ein wichtiger Punkt ist die Selbstreflexion. Wenn nichts mehr sicher scheint, brauche ich einen inneren Kompass, eine Haltung, die mir in komplexen Situationen den Weg weisen kann. Wer andere führen will, muss an sich selbst arbeiten. Führung ist Beispiel, Beispiel, Beispiel – deshalb schrecken so viele davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Frauen müssen lernen, ihrem inneren Kompass, ihren Kompetenzen und ihren Stärken viel mehr zu vertrauen, sie ins rechte Licht zu rücken und selbstbewusst aufzutreten. Es geht auch darum, sich zu erlauben, Fehler zu machen. Niemand ist perfekt.

Die wib Akademie hat sich darauf spezialisiert, einen Lernraum für Frauen zu bieten. Warum ist es wichtig, dass Frauen unter sich sind? Es ist für Frauen wichtig, sich in einem geschützten Rahmen ausprobieren zu können. In gemischten Trainings fällt auf, Cloud 1dass Männer sich sehr viel Raum nehmen und Fragen von Frauen weniger intensiv oder gar nicht diskutiert werden. Frauen in Führung haben Fragen und Erfahrungen, die sie mit anderen Frauen viel besser besprechen können.

Petra-Alexandra Buhl bietet gemeinsam mit der wib Akademie am 12.03.2015 den Intensiv-Workshop ‚Ab morgen Chefin‘ an. Zum Workshop

* Quelle: Deloitte Millenial Survey 2015 mit knapp 8000 Befragten in 29 Ländern.

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